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Gelöbnis beim Luftwaffenausbildungsregiment in Mengen

Rekruten, Bürger und Militärbischof zeigen ihre Verbundenheit

Beim Gelöbnis der Rekruten des Ersten Bataillons Luftwaffenausbildungsregiment hat Ehrengast Militärbischof Dr. Walter Mixa vor der malerischen Kulisse des ehemaligen Reiserspitals eine unvergessliche Zeremonie erlebt. Zahlreiche Bürger aus der Stadt und dem Umland zeigten durch ihre rege Teilnahme die Verbundenheit mit der Garnison.

Viele der Besucher harrten schon einige Zeit vor Beginn hinter der Absperrung aus, um sich einen Platz in der vordersten Reihe zu sichern. Pünktlich marschierten die vier Rekrutenkompanien in die Aufstellung, gefolgt vom Luftwaffenmusikkorps 2 aus Karlsruhe, der Truppenfahne, dem Ehrenzug und einer Fahnenabordnung der Bürgerwache mit Hauptmann Georg Bacher und Oberleutnant a. D. Otto Bacher. Durch das Geschehen führte versiert Stabsfeldwebel Harald Lott.

Nach der Meldung der Gelöbnisaufstellung durch Hauptmann Thomas Roth an den Bataillonskommandeur schritt Oberstleutnant Frank Reiland mit dem Militärbischof und Bürgermeister Stefan Bubeck zu den Klängen des Präsentiermarsches die Front ab.

Mit dem Luftwaffenmarsch "Jagdgeschwader Richthofen" leitete das Musikkorps zu den Ansprachen über. Es sei gut, so Reiland in seiner Begrüßung an die Bürgerschaft gewandt, in deren Mitte einmal mehr in Form des Feierlichen Gelöbnisses ein wichtiges Bekenntnis junger Menschen zu unserer Gesellschaft zu feiern. Reiland lud zum Nachdenken darüber ein, wem sich die Rekruten verpflichten: dem Land und dem Volk. Dieses Bekenntnis in der Öffentlichkeit - nicht versteckt hinter Kasernenmauern und Toren - zeige, dass die Soldaten als Teil der Gesellschaft nicht einfach so vom Himmel fallen, sondern Söhne und Töchter dieses Landes sind.

Dank und Anerkennung

Bürgermeister Bubeck verband seine guten Wünsche mit der Hoffnung, dass die Rekruten am Ende Ihrer Dienstzeit sagen können: "Ich wurde gebraucht - ich wurde ernst genommen!"

Dr. Walter Mixa, Bischof von Augsburg und Katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, erinnerte die Rekruten an ihr Versprechen, mit dem sie sich selbst in die Pflicht nehmen und öffentlich die innere moralische Zustimmung zu den Pflichten bekunden. Es lohne sich schon, so der Bischof, einmal innezuhalten und nachzudenken, denn es gebe nicht viele Momente im Leben, in denen Pflichten und deren Folgen für das Handeln so bewusst würden, wie angesichts eines solchen feierlichen Bekenntnisses. Mit sehr persönlichen und warmen Worten richtete sich seine Exzellenz direkt an die aufmerksam zuhörenden Rekruten. Angefüllt mit vielen Beispielen, basierend auf persönlichen Erfahrungen aus zahlreichen Truppenbesuchen des Militärbischofs bei seinen Soldaten in den Einsatzgebieten, verdeutlichte Bischof Dr. Mixa, wie wichtig und zugleich gesellschaftstragend das Gelöbnis der Soldaten ist.

Stellvertretend für ihre Kameraden traten die Vertrauenspersonen der Kompanien zur Truppenfahne, während das Musikkorps das "Bayerische Militärgebet" intonierte. Der Bataillonskommandeur nahm den Rekruten das Gelöbnis ab, bevor die gemeinsam gesungene Nationalhymne folgte.
Sichtlich bewegt attestierten die anwesenden Vertrauenspersonen der Rekruten beim anschließenden Empfang dem Bischof profundes Hintergrundwissen und Einfühlungsvermögen für die besondere Situation seiner Soldaten.

Reinhard Rapp,
Schwäbische Zeitung - Lokalausgabe Bad Saulgau / Mengen